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Behauptung
Es gab keine Nakba 1948. Es war Israels Unabhängigkeit
Antwort
Was Israel als Unabhängigkeit feiert, war 1948 die Errichtung eines Siedlerkolonialstaates durch die ethnische Säuberung von über 800.000 Palästinensern, die Zerstörung von 531 Dörfern und Städten, mehr als 70 Massaker, bei denen über 15.000 Palästinenser getötet wurden, und die Übernahme von 77 % des palästinensischen Landes. Nakba, das arabische Wort für „Katastrophe“, ist der Begriff, der diese einem ganzen Volk zugefügte Gräueltat am besten erfasst.
Nakba, was „Katastrophe“ bedeutet, wurde geprägt, um die gewaltige Zerstörung zu beschreiben, die dem palästinensischen Volk durch die zionistische Kolonisierung Palästinas 1948 zugefügt wurde. Acht Jahrzehnte später verwenden die Palästinenser den Begriff „fortdauernde Nakba“, weil er die andauernde Realität ethnischer Säuberung, Besatzung, Apartheid, Belagerung und Völkermord einfängt. Der palästinensische Gelehrte Rabea Eghbariah hat argumentiert, dass die fortdauernde Nakba auch als rechtlicher Rahmen anerkannt werden sollte, der diese kontinuierliche Struktur kolonialer Herrschaft erfasst.
Für die Palästinenser ist die Nakba nicht einfach eine Katastrophe zum Gedenken, sondern eine andauernde Realität, der sich zu widersetzen gilt. Überlebende des Jahres 1948 überlieferten den kommenden Generationen Geschichten von Massakern und ethnischer Säuberung. Heute bewahren Flüchtlinge der fünften Generation, denen ihr Rückkehrrecht immer noch verweigert wird, dieses Gedächtnis und widersetzen sich der fortdauernden Nakba durch mündliche Überlieferung, Archive, Kunst, Wissenschaft, Organisation und jährliche Gedenkveranstaltungen am 15. Mai. 2018 verkörperte der Große Marsch der Rückkehr diesen intergenerationellen Widerstand, als zehntausende Palästinenser in Gaza – einschließlich ganzer Familien über mehrere Generationen – fast zwei Jahre lang protestierten und die Rückkehr in die Häuser und auf die Länder forderten, aus denen sie 1948 vertrieben worden waren, nur wenige Kilometer jenseits der Blockade.
Die Nakba ist keine Ansichtssache. Sie ist international anerkannt und ausführlich dokumentiert, auch von UN-Gremien. Sogar Israelis haben die Gräueltaten der Nakba anerkannt. Israelische „Neue Historiker“ legten amtliche Archivbeweise für Massaker und Zwangsausweisungen frei, und Veteranen haben zu Gräueltaten während des Jahres 1948 ausgesagt.
Israels systematische Auslöschung der Nakba ist selbst ein Beweis für den Versuch, die Verbrechen des Jahres 1948 zu verschleiern. Israel hat Archive mit Beweisen für die Gräueltaten der Nakba ausgelöscht, unter Verschluss gehalten und den Zugang eingeschränkt. Um die Beweise für die ethnische Säuberung zu verbergen, wurden hunderte zerstörter palästinensischer Dörfer auf Hebräisch umbenannt und mit Wäldern, Parks und israelischen Städten überdeckt. Israelische Gesetze und Maßnahmen, darunter das „Nakba-Gesetz“, das öffentlich finanzierte Institutionen bestraft, die der Nakba gedenken, und die Auslöschung der Nakba aus den Schulcurricula, sind fortgesetzte Versuche, das kollektive Gedächtnis der Palästinenser zu unterdrücken.
Quellen
Themen: Ethnische Säuberung, Nakba & Geschichtsleugnung
